Was können Sie tun, wenn Sie Opfer eines Sexualdelikts geworden sind – und wie finden Sie in dieser Ausnahmesituation wieder Halt, Sicherheit und Orientierung?
Viele Betroffene, die Opfer eines Sexualdelikts geworden sind, geraten von einem Moment auf den anderen in eine Situation, die ihr ganzes Leben aus dem Gleichgewicht bringt. Häufig berichten die Opfer von Sexualdelikten, dass sie sich innerlich wie betäubt fühlen, dass Gedanken unkontrolliert kreisen oder dass sie Schwierigkeiten haben, das Geschehene überhaupt einzuordnen. Neben Schock, Angst und Hilflosigkeit kommen oft Schuldgefühle hinzu, obwohl sie keinerlei Verantwortung für das Geschehen tragen, was niemals in Vergessenheit geraten darf. Fragen wie: habe ich richtig reagiert? Würde man mir überhaupt glauben, wenn ich etwas unternehme? Was geschieht andererseits, wenn ich nichts tue? belasten Betroffene in dieser Phase besonders stark. Diese Reaktionen sind keine Ausnahme, sondern eine normale Reaktion auf eine außergewöhnliche Grenzverletzung. Wichtig ist vor allem, dass Sie wissen, Sie müssen jetzt nicht stark sein, Sie müssen nicht funktionieren, und Sie müssen nicht sofort wissen, wie es weitergeht.